Individuell und schnell in Holzständerbauweise bauen

Ein Rohbau aus Holzbalken steh unter freiem HimmelFoto: © deborahdanielsmail, Lizenz: Creative Commons 0 1.0, Quelle: pixabay.com

Wenn Sie schnell und individuell bauen möchten, ist die Holzständerbauweise eine gute Entscheidung. Doch die zügige Bauart sagt nichts über die Qualität des neuen Heims aus. Vermeintliche Schwierigkeiten entpuppen sich hier als Vorteile: Da es zum Beispiel nur wenige tragende Wände in diesen Häusern gibt, können Sie den Innenraum ganz flexibel gestalten. Und die Kosten für ein Fertighaus in Holzständerbauweise liegen circa 30 Prozent unter denen für ein Massivhaus. Diese Bauweise steht der Massivbauart in puncto Langlebigkeit also in Nichts nach.

Zeitersparnis als großer Gewinn

Als erstes fällt der Punkt Zeit als Vorteil auf: Im Gegensatz zum Massivhaus entfällt beim Haus in Holzständerbauweise die Trocknungszeit, was Ihnen eine große Zeitersparnis bringt. Die Bauweise bietet aber auch die Chance, viele Bauteile exakt vorzufertigen und so ebenfalls Zeit zu sparen.

Die Holzständerbauweise-Kosten im Blick

Die Kosten für ein Haus in Holzständerbauweise richten sich natürlich nach der Hausgröße und den von Ihnen gestellten Anforderungen. Bei einem Einfamilienhaus ohne große Extras können Sie für den Rohbau bei einer Größe von etwa 100 bis 150 Quadratmetern mit einem Preis zwischen 60.000 und 120.000 Euro rechnen. Haben Sie besondere Wünsche wie eine Veranda, einen Erker oder zusätzliche Gauben wird der Bau teurer. Meist ist bei Fertighäusern in Holzständerbauweise der Innenausbau teurer als der Rohbau.

Das eigene Haus selber bauen

Auch bei dieser Art von Bau sollten Sie nicht auf einen Fachmann verzichten. Die Fertighäuser in Holzständerbauweise bieten Ihnen aber die Möglichkeit, viele Eigenleistungen zu erbringen. Vor allem Arbeitsschritte wie die Einbringung der Dämmung oder das Verkleiden der Holzständer können von Ihnen übernommen werden. Auch beim Innenausbau können Sie viele Arbeiten selbst erledigen. Hierbei ist aber besonders auf die Dampfbremse und die zugehörigen Anschlussdetails zu achten. Fehlen diese, ist ein Holzhaus schadenanfällig.

Wenn Sie wirklich das selbst gebaute Haus wünschen, können Sie sich eine Anleitung für Holzständerbauweise bei einem Fachmann oder Zimmermann holen. Dieser steht Ihnen dann während des Baus auch zur Seite und gibt Ihnen Schritt für Schritt vor, was wann zu tun ist.

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Holzständerbauweise und Keller – funktioniert das?

Diese Frage begegnet einem öfter mal: Ist bei einem Haus in Holzständerbauweise eine Unterkellerung möglich? Die Antwort lautet: Ja! Dabei wird der Keller ganz normal gemauert oder betoniert und anschließend mit einer Abdichtung abgeschlossen. Sie können sich aber auch für eine Bodenplatte entscheiden. Das ist günstiger und geht schneller.

Ob Sie wirklich auf einen Keller verzichten wollen, sollten Sie sich vor dem Bau gut überlegen. Meist sind es nur die Kostenersparnisse, die beim Fertighaus in Holzständerbauweise gegen einen Keller sprechen. Ohne Keller geht Ihnen Nutzfläche verloren und der Wertverlust des Hauses ist größer, was bei einem späteren Verkauf wichtig sein kann.

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Innenausbau bei Holzständerbauweise – vergessen Sie nichts!

Bei der Holzständerbauweise ist es wichtig, dass Sie nichts vergessen. Sie können zwar Arbeitsschritte jederzeit wieder rückgängig machen, das kostet aber viel Zeit und Geld. Die Ständer und Holzrahmen werden darum erst geschlossen, wenn alle Medien verlegt sind.

Die Elektroinstallation bei der Holzständerbauweise erfolgt in der Wand, bevor die Wände geschlossen werden. Das gilt auch für die Verlegung von Wasser- und Heizungsrohren. Achten Sie dabei auf eine Installationsebene, um nicht jedes Kabel oder jede Leitung durch die Dampfbremse führen zu müssen. Denn jede Durchdringung ist eine Schwachstelle, die im Nachgang Probleme bereiten kann.

Für die Wanddurchführung bei Holzständerbauweise für den Kamin gibt es spezielle Elemente. Verzichten Sie darauf, müssen Sie Abstände zu brennbaren Teilen einhalten, was nicht immer ganz einfach ist.

Möbel an den Wänden – geht das?

Trotz der relativ leichten Bauweise können Sie die Innenraumgestaltung nach Ihren Wünschen umsetzen. Oft wird befürchtet, dass die leichten Wände das Anbringen von Regalen oder anderen Möbeln verhindern. Es gibt aber spezielle Dübel für Holzständerbauweise, mit denen Sie auch Möbel an der Wand anbringen können. Wissen Sie schon im Vorfeld, wo schwere Regale und Hängeschränke angebracht werden, können Sie an diesen Stellen die Wandkonstruktion auch zusätzlich verstärken.

So müssen Sie auf nichts bei einem Haus in Holzständerbauweise verzichten.

Quellen

www.hausmagazin.com
www.my-hammer.de
www.einfamilienhaus.de/ratgeber/