Ordentlich ins Schwitzen kommen: Lohnt sich eine Sauna für Zuhause?

Eine große Sauna von innen. Sie ist mit hellem Holz vertäfelt und hat Bänke aus Holz. Rechts ist der Eingang, links liegen weiße Handtücher auf den Bänken.Foto: © nkaminetskyy, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

In der kalten Jahreszeit können viele es gar nicht erwarten: Endlich wieder ab in die Sauna! Doch dafür muss man ja das gemütliche Heim verlassen, Eintritt bezahlen und hat dann vielleicht noch eine unangenehme Person neben sich sitzen. Eine Sauna für Zuhause – das wäre es doch! Aber lohnt sich das wirklich? Und was gilt es dabei zu beachten?

Warum Schwitzen so beliebt ist oder: Der Ursprung der Sauna

Die Steinzeitsauna

Die Sauna haben doch die Finnen erfunden, nicht wahr? Leider stimmt das nicht so. Denn die ersten primitiven Schwitzeinrichtungen haben Archäologen tatsächlich in Asien gefunden. Dort haben Menschen aus der Steinzeit bereits Löcher in die Erde gegraben und darin heiße Steine gelegt, die sie mit Wasser übergossen. Das erste Dampfbad galt wahrscheinlich zunächst der Körperreinigung, nahm später aber auch rituelle Zwecke ein und war somit eine der ersten Kulturakte der Menschheitsgeschichte.

Wie das Schwitzen nach Finnland kam

Kein Wunder, dass die Sauna von den damals noch als Nomaden umherziehenden Menschen in alle Ecken des Kontinents gebracht wurde. So erreichte sie auch das Gebiet des heutigen Finnlands, wo sie einschlug wie eine Bombe. Denn bei diesem dauerhaft kalten Klima der Region war die Hitze einfach eine willkommene Abwechslung. Leider konnte man hier aber keine Löcher in den Erdboden graben. Und so entwickelten die inzwischen sesshaft werdenden Menschen Möglichkeiten, um die Hitze auch oberirdisch zu konzentrieren. Es entstand die noch heute prototypische Blockhaussauna.

Sauna auch in Deutschland

Obwohl das Schwitzen eine Weile auch in ganze Europa beliebt war – die Griechen und Römer kultivierten das Dampfbad regelrecht –, verschwand die Sauna irgendwann doch nahezu von dem Kontinent. Erst während des 2. Weltkrieges kamen beispielsweise Deutsche wieder in Kontakt mit ihr, als sie an der Ostfront kämpften. Zudem brachten zu Olympischen Spielen finnische Sportler das in ihrer Heimat noch immer bewahrte Kulturgut wieder mit. Und so eröffneten immer mehr öffentliche Saunen ihre Türen. Inzwischen gehört Saunieren zum Standard-Wellnesstag dazu und hat auch seinen Weg wieder in das eigene Zuhause gefunden.

Was soll das Schwitzen bringen?

Im Sommer oder beim Sport schwitzt man doch auch – wieso sollte man sich also noch extra gezielt irgendwo hinsetzen und sich unglaublich hohen Temperaturen aussetzen? Ganz einfach: der Gesundheit wegen. Denn tatsächlich hat das Schwitzen eine nachgewiesenermaßen einen positiven Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem und auf das Immunsystem. Viele empfinden die Wärme tatsächlich auch als besonders entspannend und wohltuend, ja fast schon als reinigend.

Wie sieht die Sauna heute aus?

Um in diesen Genuss zu kommen, fassen immer mehr Menschen den Entschluss, sich ihre eigene Sauna für Zuhause einbauen zu lassen. Während früher die Schwitzkammern noch unansehliche Holzklötze waren, die meist im Keller versteckt waren, sind Saunen heute häufig wahre Designerstücke, die von außen wie innen durchdacht und attraktiv sind.

Traditionell und schön

Klassischerweise wird der Innenraum mit Holz ausgekleidet und verfügt über mehrere Sitzbänke in verschiedenen Höhen. Ein Saunaofen (meist elektrisch oder mit Holz betrieben) sorgt für die richtige Temperatur. Da häufig auch eine hohe Luftfeuchtigkeit für das richtige Hitzeerlebnis entscheidend ist, gibt es auch häufig noch Steine über den Öfen, welche dann mit Wasser übergossen werden.

Viele Saunaarten

Die äußere Gestaltung richtet sich tatsächlich nach der Saunaart bzw. auch nach ihrem Standort. Sehr beliebt ist die Finnische Sauna. Hier werden sehr hohe Temperaturen erreicht (bis zu 100°C). Sie kann im Haus eingebaut werden, eignet sich aber besonders gut für den Einsatz im Garten, immerhin trägt sie auch den Namen Blockhaussauna.

Eine Sauna kann aber auch im Badezimmer integriert oder in einen anderen größeren Raum eingepasst werden. Hier kommt es ganz auf die persönlichen Wünsche an. Gerade für sehr kleine Räume eignet sich die Infrarotsauna, welche meist außen aus Glas besteht und nicht mittels eines Ofens, sondern durch Infrarotstrahler für Wärme sorgt.

Eine Außensauna aus Holz. Das kleine Häuschen aus hellem Holz steht auf einem Untergrund aus schönen Steinplatten in einem Garten.

Foto: © rvlasak, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Warum werden Saunas aus Holz gebaut?

Das natürliche Material hat zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Baustoffen. Zum einen nimmt es die Feuchtigkeit des Innenraums sehr gut auf und gibt sie auch wieder ab. Dieser natürliche Kreislauf ist wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Außerdem ergeben sich auch hygienische und klimatische Vorteile.

Holz ist aber auch für Optik und Haptik entscheidend. Das Material wird z.B. deutlich weniger heiß als beispielsweise Stein. Daher ist ein Hautkontakt weniger problematisch. Es ist begeistert außerdem mit seinen vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Und schließlich verzückt es auch mit seinem Geruch. Holz kreiert also die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre!

Welches Holz für die Sauna?

Es gibt viele Holzsorten, die für den Bau einer Hitzekammer eingesetzt werden können. wichtig ist nur, dass es relativ trocken ist, damit der positive Effekt der Feuchtigkeitsaufnahme auch eintreten kann. Drei Arten begegnen einem aber besonders häufig.

Espe

Sie ist einer der wenigen Laubbäume, welcher sich für den Bau einer Sauna eignet. Ihr Holz ist sehr glatt, hat eine schöne, helle Farbe und wirkt insgesamt ruhig. Die auch Zitterpappel genannte Espe verfügt zudem über eine hohe Stabilität und eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Gute Voraussetzungen für eine Sauna.

Nordische Fichte

Ihr Holz ist sehr robust und hat eine feinporige Struktur. Der Look ist sehr urig, aufgrund zahlreicher, kleiner Asteinschlüsse. Ihr Beiname “Polarfichte” zeigt schon an, dass sie in der Hochburg der Sauna (Skandinavien) besonders gern genutzt wird – sowohl für die Innenauskleidung,als auch die generellen Bauelemente wie Decke und Wand. Und das Schönste: ihr würziger Duft!

Hemlock Tanne

Es muss nicht unbedingt diese nordamerikanische Art sein, denn der größte Vorteil der Tanne ist, dass sie nicht harzt – was bei einer Sauna aufgrund ihrer Temperaturen problematisch sein kann. Doch die Hemlock begeistert mit ihrem schönen, leichten und vor allem weichen Holz einfach. Denn es ist nicht nur einfach zu verarbeiten und sehr langlebig – es ist mit seiner gelblich-weißen Farbe auch sehr hell und freundlich. Ein Garant für eine schöne Stimmung beim nächsten Saunagang!

Welche Sauna für Ihr Zuhause?

Ja, es gibt sie – die Sauna zum Selbstbauen. Aber wir möchten Ihnen doch dringend raten, besser eine “Schwitzbude” vom Profi einbauen zu lassen. Das hat mehrere Gründe. Allem voran liegt es aber tatsächlich an der wirklich notwendigen und auch umfangreichen Vorabplanung beim Sauna-Bauen.

Diese ganz alleine durchzuführen, ist nicht ohne und es können gravierende Fehler geschehen. Gerade wenn beispielsweise für den Stromanschluss keine hitzebeständigen Kabel vorhanden sind oder die unabdingbare Lüftung nicht ordentlich eingebaut ist, haben Sie nicht lange etwas von Ihrer Sauna. Darum hier die wichtigsten Vorüberlegungen.

1. Der richtige Standort

Wünschen Sie sich eine Gartensauna, ist der Standort nicht zu unterschätzen. Zunächst muss der Untergrund geprüft werden. Ist er eben? Und wenn nicht: Lässt er sich entsprechend bearbeiten? Haben Sie vielleicht sogar ein Hanggrundstück? Hier sind professionelle Saunabauer einfach die besten Berater! Denn seien Sie beruhigt, es gibt für nahezu jede Situation die passende Lösung.

Ist der zukünftige Platz Ihrer Sauna innerhalb Ihrer Wohnung, lohnt sich ein Profi dennoch. Denn er kann ganz individuell die Kabine an die Gegebenheiten vor Ort anpassen und Ihnen selbst auf kleinstem Raum noch eine wunderschöne Maßanfertigung zaubern.

Übrigens: Pro Person rechnet man etwa 1-1,5 m². Die Anzahl der Saunanutzer ist darum unbedingt in die Planung einzubeziehen, denn evtl. stellt sich heraus, dass der erste Standort leider nicht groß genug ist. Auch hier kann der Profi Ihnen aber helfen, denn er erkennt Spielräume, die Sie vielleicht nicht sofort sehen.

2. Die richtige Installation

Mit Installation ist nicht sofort das Errichten der Sauna gemeint. Denn davor sollte unbedingt geprüft werden, ob alle nötigen Anschlüsse vorhanden sind. Moderne Saunen benötigen nämlich sowohl einen Wasser- als auch einen Stromzugang. Letzterer ist in vielen Fällen sogar ein Starkstromanschluss. Spätestens dann sollten Sie den Profi rufen, denn mit 400V ohne fachliche Ausbildung zu hantieren, kann lebensgefährlich sein.

Gleiches gilt übrigens für den Saunaofen. Je nach Art muss dieser nämlich auch zumindest vom Fachmann abgenommen werden, weil er eine Sonderbrennstelle darstellt. Ein Elektroofen ist die einfache Variante, ein Holzofen bringt dafür noch mehr Flair in die Sauna.

Der dritte große und wichtige Punkt ist die Lüftung. Denn auch diese muss unbedingt richtig funktionieren. Zum einen braucht es nämlich während des Saunierens immer wieder Frischluft, zum anderen muss die Lüftung danach helfen, Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu schaffen. Andernfalls droht wieder Schimmel. Heutzutage werden meist automatische Systeme installiert. Mit diesen haben Sie den wenigstens Aufwand im laufenden Betrieb und können sich voll und ganz über Ihre Sauna für Zuhause freuen.

Quellen
www.saunaglossar.de/die-geschichte-der-sauna/
www.wikipedia.org/wiki/Sauna
www.sauna-zu-hause.de/welches-holz-fur-die-sauna/
www.homify.de/…/eine-sauna-fuer-zuhause-lohnt-sich-das
www.schoener-wohnen.de/…/28991-rtkl-sauna-zu-hause